Biographie

Jugend und Schulzeit

Als „erster“ Zwilling kam ich am 15.12.1971 mit meinem Bruder Mario  in Herborn zur Welt. Meine Eltern, Walter und Monika Flach, stammen beide aus dem Dillkreis. Mein Vater ist ein echter Oberndorfer und arbeitete bei der damaligen Deutschen Bundespost als Fernmeldehauptwart in Dillenburg. Gemeinsam übernahmen meine Eltern unsere Gaststätte in Oberndorf und führten diese bis 1978.

Meine Mutter erzog uns Zwillinge zusammen mit unserem jüngeren Bruder Stefan und kümmerte sich neben dem Haushalt auch um die Gaststätte.

Im Kindergarten Eisemroth holte ich mir erwartungsgemäß meine erste Platzwunde. 1977 wurde ich dann in der alten Grundschule eingeschult und zog mit meinen Schulkameraden später in die neu gebaute Schule am Siegbach. Anschließend besuchten mein Zwillingsbruder und ich die Mittelpunktschule Mittenaar, die wir mit einem Hauptschulabschluss verließen.

Mein Hobby damals war wie bei vielen Gleichaltrigen der Fußball. Die Siegbacher Jugendspielgemeinschaft war gefürchtet, die fegten alles, was auf dem Platz war, weg. Jedes Jahr waren wir Kreismeister – in der Halle oder auf dem Platz. Und ich durfte dabei sein. Der ganze Bezirk war sonntagsmorgens Siegbacher Terrain. Eine für mich sehr aufregende Zeit.

Die Lehrzeit stand 1987 an. Technisches Geschick erwarb ich als Automechaniker bei Opel Pfeiffer, später Elsemann, in Bad Endbach. Mit einer Ehrenrunde bestand ich 1991 die Gesellenprüfung.

Wehrdienst und Bundeswehr

1991 kam die Einberufung zur Bundeswehr nach Philippsburg. Später ging es dann in den Transportzug des 3. Nachschubbataillons Sonderwaffen in Herborn Seelbach. Nachdem der dortige Standort aufgegeben werden musste, war Montabaur meine nächste Station. Dort wurde eine neue Einheit aufgestellt: mit einem „Schwerlasttransporter Elefant”, 100 Tonnen mit Leo hinten drauf. Das war mein Ding. Ich bewarb mich und wurde 1992 angenommen. Meine militärische Ausbildung begann, und ich machte erste Erfahrungen mit Führungs- und Lehraufgaben als junger Unteroffizier. Siegbacher traf ich übrigens überall auf Reisen.

Immer neugierig, bewarb ich mich auf eine Stelle, von der ich zunächst keine Ahnung hatte. „Kaufmännische Stabsverwendung“ als Kompanietrupp-Führer in einer Stabs- und Versorgungskompanie des Nachschubbataillons 310 in Diez an der Lahn.

Als rechte Hand vom Chef ging es nun u.a. darum, Akten zu wälzen und Vorschriften zu studieren, um einen geordneten Dienstbetrieb für vielfältige Teilbereiche sicherzustellen. Dabei lernte ich, dem Leiter der Dienststelle zielgerecht zuzuarbeiten.

Natürlich ging’s in die Weiterbildung als Feldwebel, militärisch wie auch zivilberuflich. Militärisch lernte ich 1996 in Bremen, Nachschub- und Logistikaufgaben durchzuführen, und in Sonthofen wurden mir an der ABC- Abwehr- und Selbstschutzschule entsprechende Kenntnisse vermittelt.

Neben Lehr- und Ausbildungsfunktionen erhielt ich viele Einblicke und Wirkungsmöglichkeiten in andere Teilbereiche. Vom Personal- und Ausbildungswesen über Verpflegung, Instandsetzung, IT, Sicherheit, Materialbeschaffung, bis hin zum Sanitätswesen und Stabsdienstarbeiten. Neben strategischem Denken und Handeln sowie operativer und taktischer Umsetzung stand Vieles auf der Tagesordnung. Eine sehr spannende Zeit, weil die Vielseitigkeit eine ständige Veränderung des Blickwinkels erforderte. Außerdem wurde mein Blick fürs „Große Ganze“ geschärft. Vertretungsweise übertrug man mir die Funktion als Leiter des Innendienstes, als Spieß und Kompaniefeldwebel.

Zivilberuflich erlangte ich 1998 neben dem Allgemeinmilitärischen Feldwebel-Lehrgang (mittlere Führungsebene) die Qualifikation des Industriemeisters, Fachrichtung Kraftverkehr.

1999 sah ich Deutschland und meine Heimat aus einem ganz anderen Blickwinkel. Im KFOR-Auslandseinsatz (Kosovo Forces – erstes Kontingent) lernte ich eine wichtige Lektion: Und zwar wie bedeutsam und (über-) lebenswichtig es ist, komplett neue soziale Kontakte aufzubauen und vorhandene Verbindungen zu pflegen, um mit einer existentiellen Krisensituation umzugehen.

Danach war es für mich Zeit für eine Veränderung. Der Zeitvertrag lief aus, und ich bereitete mich auf mein ziviles Arbeitsleben vor. An den Bundeswehr-Fachschulen Gießen und Koblenz erwarb ich weitere Qualifikationen: EDV-System- und -Nutzerbetreuer. Gleichzeitig erreichte ich den mittleren Bildungsabschluss und mein Fachabitur, mit 32 Jahren. Die Bundeswehr verließ ich 2003 auf eigenen Wunsch mit dem Dienstgrad Hauptfeldwebel der Reserve.

Versicherungs- und Finanzwirtschaft

Im Zeitraum von 2004 bis 2008 machte ich in beratender Tätigkeit Finanzvertriebserfahrung in Gießen. Hierbei wurden meine sozialen Kompetenzen weiter geschärft: Ein hohes Maß an Einfühlsamkeit und das Vermögen, sich auf die verschiedenen Empfindungen und Bedürfnisse unterschiedlichster Menschen einzustellen, war unabdingbar; betriebswirtschaftliches Denken und Handeln wurde Tagesgeschäft. Vom Trainee bis zum Teamleiter erlangte ich in der Selbständigkeit als Handelsvertreter den IHK-Abschluss „Kaufmann für Finanzen und Versicherungen“. Dort wurden mir Kundengelder in einer Größenordnung von 10 Mio. Euro anvertraut.

Einen weiteren Einblick in eine ganz anders geartete Krisensituation erhielt ich 2008 in der aufkommenden weltweiten Kredit-, Finanz- und Wirtschaftskrise. In dieser Phase gründete ich 2009 als Finanzmakler mein eigenes Unternehmen. Die Faszination des Finanzmarktes und dessen unterschiedliche Anlageklassen bewogen mich, fundiertes Finanzfachwissen aufzubauen. Neben der Selbstständigkeit erwarb ich deshalb 2009 die Qualifikation des Finanzfachwirts (FH) an der Fachhochschule in Schmalkalden.

Ich engagierte mich zusätzlich ehrenamtlich bei der IHK in Frankfurt und wurde in den „Prüfungsausschuss für Kaufleute für Finanzen und Versicherungen” berufen. Diese Tätigkeit führte ich von 2009 – 2012 mit viel Freude aus: Der Umgang mit dem Nachwuchs war sehr bereichernd.

Gastronomie / Unternehmer

Angezogen von meinen Wurzeln und unternehmerischem Geist kehrte ich 2011 in meine Heimatgemeinde zurück. Ein Verkaufsstand auf dem Hessentag in Stadtallendorf war das erste gemeinsame Gastronomieprojekt mit meinem Vater. Unsere Feuertaufe sozusagen. Wir entschlossen uns im Anschluss, die seit vier Jahren leerstehende Gaststätte „Zur Linde“ mit neuem Konzept wieder zu eröffnen.

Seit August 2011 führen wir unsere “Linde” gemeinsam mit großer Leidenschaft. Mit gestalterischem Spielraum integrieren wir das Unternehmen in den Touristikbereich des Lahn-Dill-Berglandes und sorgen Schritt für Schritt mit vielen Ideen, Social Media und handwerklichem Geschick für eine stetig zunehmende überregionale Bekanntheit.

 

Im September 2020 beendete ich erfolgreich meinen Masterstudiengang MBA-Engineering (Wirtschaftsingenieur) an der Technischen Hochschule Mittelhessen mit der Vertiefungsrichtung Marketing. Das Abschlussthema, das ich wählte, konnte sich auf 9 Jahre Praxisbezug stützen: Ich wollte wissen, warum die Gastronomie auf dem Lande ausstirbt und erstellte ein Marketingkonzept zur Neueinführung eines Eventgastronomiebetriebes in einer ländlichen Region.

BUNDESWEHR

12 Jahre
Hauptfeldwebel d.R.

Führungserfahrung
Verwaltungswesen
Stabsdiensttätigkeit
Lehrfunktion
Auslandseinsatz

FINANZEN

17 Jahre
Finanzfachwirt (FH)
Versicherungskaufmann IHK

Führungserfahrung
Verwaltungserfahrung
Kaufmännisches und
Betriebswirtschaftliches
Denken und Handeln

UNTERNEHMER

9 Jahre

Führungserfahrung
Unternehmerisches
Denken und Handeln
Marketing